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Präzisere Klimabilanz
21.05.26, 13:35 Uhr

MSC lässt Methanemissionen erstmals unabhängig prüfen

Mit einer neuen Zertifizierung kann MSC Cruises erstmals reale statt theoretische Emissionswerte ermitteln und unabhängig bestätigen lassen – ein wichtiger Schritt für eine genauere Klimabilanz. Das betrifft zunächst zwei Schiffe der Flotte: World Europa und Euribia.

Die Euribia gehört zu den ersten MSC-Schiffen, deren tatsächliche Methanemissionen nun unabhängig verifiziert wurden. Foto: MSC
MSC Cruises hat als erste Kreuzfahrtreederei eine unabhängige Verifizierung tatsächlicher Methanemissionen ihrer Schiffe im Rahmen der Fuel EU-Maritime-Verordnung erhalten. Die Zertifizierung betrifft die Schiffe World Europa und Euribia und wurde gemeinsam mit Bureau Veritas Marine & Offshore durchgeführt.

Die EU-Verordnung FuelEU Maritime regelt die Treibhausgasintensität der Kraftstoffe, die Schiffe im EU- und EWR-Verkehr verwenden.

Durch die Zertifizierung kann MSC Cruises künftig gemessene Methanemissionen melden, statt mit Standardwerten zu arbeiten. Die MSC World Europa erreichte dabei einen Methan-Schlupf-Wert von 1,67 Prozent, die MSC Euribia kam auf 1,48 Prozent. Beide Werte liegen unter dem in FuelEU Maritime vorgesehenen Referenzwert von 3,1 Prozent.

Gemessene Werte statt Standardannahmen

„Diese Zertifizierung ist ein wichtiger Schritt in der Art und Weise, wie Methanemissionen in unserer Branche gemessen und gemeldet werden“, sagt Michele Francioni, Chief Energy Transition Officer bei MSC Cruises. Die Reederei ersetze damit Standardannahmen durch unabhängig verifizierte Daten auf Basis der tatsächlichen Schiffsleistung.

Das verbessere die Genauigkeit der Emissionsberichte im Rahmen von FuelEU Maritime und unterstütze „fundierte regulatorische Entscheidungen“ auf dem Weg der Branche zu Netto-Null-Treibhausgasemissionen, so Francioni weiter.

Die Verifizierung erfolgte auf Grundlage einer Messkampagne nach der IMO-Resolution MEPC.402(83) sowie den Leitlinien von FuelEU Maritime. Erfasst wurden motorspezifische Methanemissionsdaten sowie Abgasmessungen an Bord. Dafür kamen mehrere Messgeräte zum Einsatz. Zusätzlich führte MSC Cruises ein spezielles Methan-Protokollbuch und definierte Verfahren zur Überwachung der Motorlast.

Bureau Veritas prüft Berechnungsmethodik

„Diese branchenweit erste Verifizierung zeigt den Wert unabhängig verifizierter Betriebsdaten“, sagt Paillette Palaiologou, Senior Vice President East Europe, Mediterranean Sea, Middle East, India and Africa bei Bureau Veritas Marine & Offshore. Die Nutzung tatsächlicher Emissionsdaten verbessere die Transparenz bei der Berichterstattung über Methanemissionen.

Die Verifizierung könne außerdem helfen, Strategien zur Einhaltung regulatorischer Vorgaben zu verbessern und die Leistung der Schiffe zu optimieren, so Palaiologou weiter.

Nach Abschluss der Prüfung kontrollierte Bureau Veritas die Borddokumentation zu den Motormethanemissionen sowie die MRV- und FuelEU-Pläne einschließlich der Berechnungsmethodik für den Methanschlupf. Anschließend stellte die Organisation eine Konformitätserklärung aus. Sie bestätigt die Übereinstimmung mit den Anforderungen des EU-Emissionshandelssystems EU ETS und der FuelEU-Maritime-Verordnung.

MSC Cruises sieht in der Verifizierung einen möglichen regulatorischen Weg für die Branche, um künftig stärker mit gemessenen statt theoretischen Emissionswerten zu arbeiten.