Einschätzung von A3M05.02.26, 11:22 Uhr
Asien verschärft Kontrollen nach Nipah-Infektionen in Indien
Pünktlich zum Beginn der Reisezeit rund um das chinesische Neujahr ruft das Nipah-Virus in Asien Erinnerungen an die Corona-Pandemie wach. Zwei Infektionen in Indien veranlassen die Nachbarländer zu schnellen Maßnahmen. Die Lage wird als stabil eingeschätzt – dennoch ist Vorsicht geboten.

Zwei Nipah-Fälle in einem Krankenhaus in Westbengalen haben in mehreren asiatischen Ländern zu verschärften Gesundheitskontrollen geführt. Foto: iStock/Manjurul
Zwei Mitarbeiter eines privaten Krankenhauses im indischen Bundesstaat Westbengalen haben sich mit dem Nipah-Virus infiziert. Mehrere asiatische Länder reagieren mit verstärkten Gesundheitskontrollen an Flughäfen und Grenzen.
Wie der Hamburger Krisenmonitoring-Anbieter A3M mitteilt, handelt es sich um eine von Flughunden übertragene Krankheit mit einer Sterblichkeitsrate zwischen 40 und 75 Prozent. Ein Gegenmittel existiere bislang nicht, weshalb die Behörden in Indien nach Bekanntwerden der Fälle schnell reagierten und insgesamt 197 Kontaktpersonen unter Quarantäne stellten.
A3M: Risiko ernst nehmen
Derzeit beginnen in vielen Ländern Ost- und Südostasiens die Reisebewegungen rund um das chinesische Neujahrsfest am 17. Februar. In dieser Zeit nimmt das Reiseaufkommen stark zu.
Marian Nothing, Travel Security Analyst bei A3M, warnt vor einer möglichen Streuung: „Eine Ausbreitung des Virus, welche von Mensch zu Mensch über engen Kontakt in Form einer Tröpfcheninfektion möglich ist, wäre überaus ernst und erinnert an den Beginn der Covid-19-Pandemie.“
Maßnahmen in mehreren Staaten
Als erstes Land reagierte Thailand mit Gesundheitsformularen für Reisende aus Risikogebieten wie Kolkata und Umgebung. Wer bei der Einreise Symptome wie Fieber zeigt, muss ein ärztliches Attest vorlegen. An den Flughäfen Bangkok und Phuket kommen Wärmebildkameras und Temperaturmessungen zum Einsatz.
Auch Nepal verschärfte die Kontrollen an mehreren Grenzübergängen zu Indien, unter anderem in Gauriphanta und Khalanga. In Pakistan gelten Gesundheitschecks an allen indischen Grenzen. Zusätzlich müssen Einreisende einen Reiseverlauf der vergangenen 21 Tage angeben.
Singapur richtet tägliche Gesundheitskontrollen für Arbeitsmigranten aus Westbengalen ein und kontrolliert ausgewählte Flüge am Flughafen. In Hongkong erfolgen stichprobenartige Gesundheitschecks bei Passagieren aus Indien.
Kambodscha verzichtet zwar auf Kontrollen an Flughäfen, hat aber eine Direktive zur verstärkten Hygiene herausgegeben. In Vietnam gelten Kontrollen am Flughafen in Ho Chi Minh-Stadt vor allem für Reisende aus den betroffenen Gebieten, ergänzt durch stichprobenartige Temperaturmessungen.
In Indonesien ordneten die Behörden Temperaturmessungen am Flughafen Bali sowohl für Inlands- als auch Auslandsflüge an. Myanmar führt Gesundheitschecks am Flughafen Rangun durch und klärt per Plakaten und Flugblättern über Hygienemaßnahmen auf.
Übertragung, Symptome, Hintergrund
Das Nipah-Virus wurde erstmals 1999 nachgewiesen. Es wird durch Speichel von früchtefressenden Flughunden übertragen und kann beim Menschen über Tröpfcheninfektion weitergegeben werden. Frühere Ausbrüche standen im Zusammenhang mit infizierten Schweinen.
Die Inkubationszeit liegt zwischen vier und 14 Tagen. Zu den häufigsten Symptomen zählen Fieber, Kopfschmerzen und Atemprobleme. In schweren Fällen kann es zu neurologischen Störungen und Bewusstseinsverlust kommen.
Vorsichtige Entwarnung
„Während die Symptome und die hohe Mortalitätsrate sehr bedrohlich klingen und die Reaktion der umliegenden Länder alarmierend wirkt, ist eine Übertragung der Krankheit eher unwahrscheinlich“, schätzt Marian Nothing die Lage ein. Wichtig seien ein hohes Maß an Hygiene und die frühzeitige Abklärung gesundheitlicher Beschwerden.
Hoffnung machten auch die jüngsten Meldungen der indischen Behörden. Nach Angaben von A3M wurden alle Kontaktpersonen der beiden Erkrankten negativ getestet. Dies mache „eine weitere Ausbreitung eher unwahrscheinlich“, so Nothing.
Wie der Hamburger Krisenmonitoring-Anbieter A3M mitteilt, handelt es sich um eine von Flughunden übertragene Krankheit mit einer Sterblichkeitsrate zwischen 40 und 75 Prozent. Ein Gegenmittel existiere bislang nicht, weshalb die Behörden in Indien nach Bekanntwerden der Fälle schnell reagierten und insgesamt 197 Kontaktpersonen unter Quarantäne stellten.
A3M: Risiko ernst nehmen
Derzeit beginnen in vielen Ländern Ost- und Südostasiens die Reisebewegungen rund um das chinesische Neujahrsfest am 17. Februar. In dieser Zeit nimmt das Reiseaufkommen stark zu.
Marian Nothing, Travel Security Analyst bei A3M, warnt vor einer möglichen Streuung: „Eine Ausbreitung des Virus, welche von Mensch zu Mensch über engen Kontakt in Form einer Tröpfcheninfektion möglich ist, wäre überaus ernst und erinnert an den Beginn der Covid-19-Pandemie.“
Maßnahmen in mehreren Staaten
Als erstes Land reagierte Thailand mit Gesundheitsformularen für Reisende aus Risikogebieten wie Kolkata und Umgebung. Wer bei der Einreise Symptome wie Fieber zeigt, muss ein ärztliches Attest vorlegen. An den Flughäfen Bangkok und Phuket kommen Wärmebildkameras und Temperaturmessungen zum Einsatz.
Auch Nepal verschärfte die Kontrollen an mehreren Grenzübergängen zu Indien, unter anderem in Gauriphanta und Khalanga. In Pakistan gelten Gesundheitschecks an allen indischen Grenzen. Zusätzlich müssen Einreisende einen Reiseverlauf der vergangenen 21 Tage angeben.
Singapur richtet tägliche Gesundheitskontrollen für Arbeitsmigranten aus Westbengalen ein und kontrolliert ausgewählte Flüge am Flughafen. In Hongkong erfolgen stichprobenartige Gesundheitschecks bei Passagieren aus Indien.
Kambodscha verzichtet zwar auf Kontrollen an Flughäfen, hat aber eine Direktive zur verstärkten Hygiene herausgegeben. In Vietnam gelten Kontrollen am Flughafen in Ho Chi Minh-Stadt vor allem für Reisende aus den betroffenen Gebieten, ergänzt durch stichprobenartige Temperaturmessungen.
In Indonesien ordneten die Behörden Temperaturmessungen am Flughafen Bali sowohl für Inlands- als auch Auslandsflüge an. Myanmar führt Gesundheitschecks am Flughafen Rangun durch und klärt per Plakaten und Flugblättern über Hygienemaßnahmen auf.
Übertragung, Symptome, Hintergrund
Das Nipah-Virus wurde erstmals 1999 nachgewiesen. Es wird durch Speichel von früchtefressenden Flughunden übertragen und kann beim Menschen über Tröpfcheninfektion weitergegeben werden. Frühere Ausbrüche standen im Zusammenhang mit infizierten Schweinen.
Die Inkubationszeit liegt zwischen vier und 14 Tagen. Zu den häufigsten Symptomen zählen Fieber, Kopfschmerzen und Atemprobleme. In schweren Fällen kann es zu neurologischen Störungen und Bewusstseinsverlust kommen.
Vorsichtige Entwarnung
„Während die Symptome und die hohe Mortalitätsrate sehr bedrohlich klingen und die Reaktion der umliegenden Länder alarmierend wirkt, ist eine Übertragung der Krankheit eher unwahrscheinlich“, schätzt Marian Nothing die Lage ein. Wichtig seien ein hohes Maß an Hygiene und die frühzeitige Abklärung gesundheitlicher Beschwerden.
Hoffnung machten auch die jüngsten Meldungen der indischen Behörden. Nach Angaben von A3M wurden alle Kontaktpersonen der beiden Erkrankten negativ getestet. Dies mache „eine weitere Ausbreitung eher unwahrscheinlich“, so Nothing.

