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Was macht eigentlich eine Waldbademeisterin?

Sie taucht in den Wald ein und lehrt die Kunst der Entschleunigung.

Was macht eigentlich eine Waldbademeisterin?
Den Begriff Waldbaden prägte der Leiter der japanischen Forstverwaltung Tomohide Akiyama 1982. Professor Yoshifumi Miyazaki führte 1990 erste Experimente zu den physiologischen Auswirkungen des Waldbadens durch. Seit 2000 lässt sich die positive Wirkung auf das vegetative Nervensystem messen. Seit 2012 gibt es den Forschungszweig „Waldmedizin“ in Japan.

WAS UMFASST EIGENTLICH DIE AUSBILDUNG ZUR ZERTIFIZIERTEN WALDBADEMEISTERIN?
  • Die dreiteilige Ausbildung umfasst Theorie,
  • Exkursionen und Praxisübungen.
  • Zu Beginn steht ein Einführungsseminar, in dem ein Förster Waldwissen vermittelt.
  • In vier weiteren Ausbildungstagen lernen die Teilnehmer unter anderem Regeln über das Verhalten in der Natur.
  • Sie lernen unter anderem die Baumarten und ihre heilende Wirkung sowie ätherische Öle und Düfte des Waldes kennen.
  • Sie erlernen praktische Übungen zur Körperwahrnehmung und trainieren ihre fünf Sinne.
  • Wissenschaftliche Grundlagen zu Themen wie „Was regt das Immunsystem an?“ runden die Ausbildung ab.

DREI FRAGEN AN … Angelika Wolter (42), zertifizierte Waldbademeisterin im Hotel Landhaus Bärenmühle, Ellershausen.

Welche Ausbildung mussten Sie für diesen Beruf vorweisen?
Ich bin gelernte Schmerzphysiotherapeutin im Romantik Hotel Landhaus Bärenmühle. Schon bevor der Hype um das Waldbaden aufkam, ging ich mit meinen Patienten raus in die Natur. Wir nannten es damals allerdings „Dr. Draußen“. Für die offizielle Bezeichnung einer Waldbademeisterin benötigt man allerdings ein Zertifikat. Also habe ich eine entsprechende dreiteilige Ausbildung mit Theorie, Exkursionen und Praxisübungen absolviert.

Warum haben Sie diese Qualifikation gewählt?
Ich wollte mehr in der Natur machen und auch anderen diese wieder näherbringen. Es geht darum, Loslassen, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit wieder zu erlernen. Im Wald nehmen wir besondere Gerüche und Eindrücke auf. Im Landhaus Bärenmühle, das praktisch mitten im Wald liegt, setzen wir dann noch etwas auf das Waldbaden drauf, etwa mit einem Waldessen oder einer Waldmassage draußen in der Natur.

Was bereitet Ihnen am meisten Freude an Ihrem Beruf?
Dass ich mit den Gästen in der Natur bin, die Ruhe genieße und merke, dass es den Gästen guttut. Ich entschleunige die Leute richtiggehend.