Prognose

Sommer-Buchungen ziehen langsam an

Noch ist es kein eindeutiger Trend, aber seit Mitte Februar gibt es Anzeichen für ein Anziehen der Reisebuchungen.

Sommer-Buchungen ziehen langsam an
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Noch ist es kein eindeutiger Trend, aber seit Mitte Februar gibt es Anzeichen für ein Anziehen der Reisebuchungen. Die Umsätze für Reisen, die in stationären Reisebüros und auf Online-Portalen gebucht werden, sind in der zweiten Februarwoche gegenüber den Vorwochen merklich angestiegen. Das berichtet der DRV auf Basis der Auswertungen von Travel Data + Analytics (TDA) im Vorfeld der ITB. In den vergangenen Wochen verharrte das Neubuchungsaufkommen auf einem Niveau von etwa 20 Prozent des Vorjahresvolumens. „Dieser Umsatzeinbruch bei Veranstalterbuchungen von über 80 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum wird nicht annähernd einzuholen sein, dieses Jahr wird weiter von Verlusten für die Reisewirtschaft geprägt sein“, befürchtet DRV-Präsident Norbert Fiebig.

Osterferien werden zögerlich gebucht

Die meisten Kunden buchen derzeit für Reisen in diesem Sommer oder später im Jahr – zum Teil sogar erst für Reisen im nächsten Jahr. Rund 60 Prozent der Buchungsumsätze gehen in diesen Tagen für die Sommersaison ein, ein Viertel der Umsätze werden für die Zeit nach Oktober eingebucht. Auf die noch bis Ende April laufende Wintersaison und damit auch die Osterferien entfallen nur 13 Prozent der Neubuchungen, die Mitte Februar eingegangen sind. Laut DRV lassen fehlende Öffnungsstrategien der Politik und große Unsicherheit über Reisemöglichkeiten in den Osterferien viele Kunden bei der Reiseentscheidung zögern. Es sei zu erwarten, dass für April und auch Mai kurzfristig gebucht werde, sobald Lockerungen absehbar sind. Für Abreisen im März gibt es aktuell nur wenige Kurzfristbuchungen.

Spanien-Nachfrage ist noch verhalten

Für den Sommer sind derzeit besonders Flugpauschalreisen für Ziele im östlichen Mittelmeer wie Griechenland und die Türkei gefragt. Die griechischen Inseln liegen derzeit bei der Nachfrage an der Spitze. Noch verhalten gehen die Buchungen für spanische Ziele wie die Balearen ein. Dagegen steigt die Zahl der Buchungen für Kreuzfahrten und Fernreiseziele überproportional an. Dabei bezieht sich die Nachfrage bei den Kreuzfahrten mehrheitlich bereits auf den Sommer 2022.

Wie sich insgesamt das Touristikjahr 2020/21 entwickeln wird, ist laut DRV schwer zu prognostizieren. „Es wäre schon als Erfolg zu werten, wenn wir für den Markt der Reisebüros und Reiseveranstalter rund 50 Prozent des Umsatzvolumens von 2019 erreichen würden“, zeigt sich Fiebig verhalten optimistisch. „Umfragen aus den vergangenen Wochen zeigen: Die Bundesbürger möchten verreisen und stehen in den Startlöchern.“