AER Jahrestagung

"Experimente wagen, Online ist cool!"

Im Fokus der AER-Jahrestagung in Berlin standen nachhaltiges Reisen, Nachwuchsförderung und der Aufruf, mehr Digitalisierung zu wagen.

"Experimente wagen, Online ist cool!"
Fotos: AER / Oliver Walterscheid
Während die Weltgemeinschaft am Roten Meer auf der 27. Uno-Klimakonferenz um nichts weniger als Antworten auf den Untergang der Welt ringt, fand die Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Reiseunternehmer (AER) in Berlin statt. Und hier wurde nicht minder um das Thema Nachhaltigkeit und digitale Zukunft diskutiert, selbstredend mit dem Fokus auf touristisches Reisen.

Dauerbrennerthemen wie Nachwuchsförderung, Fachkräftemangel und digitale Tools standen ebenfalls auf der Agenda der dreitägigen Tagung im MOA Hotel, die von rund 300 Mitgliedern, Partnern und Veranstaltern gut besucht wurde. Mit einem sogenannten Pre-Event am Donnerstag wurde die Tagung eingeläutet. Hier wurde die Philosophie der AER-Reisemanufaktur sowie einige axolot-Veranstalter vorgestellt. Am Freitag wurde dann die 2022er-Tagung vom Moderatoren-Duo Andy Janz und Sven Mayer (bekannt vom Tourismus-Podcast »Hin & Weg«) offiziell eröffnet. In seiner Auftaktrede sagte AER-Vorstand Rainer Hageloch, dass einer der größten Probleme der Branche sei schlicht »Angst vor der Zukunft«. Mit Angst könne man aber nicht gestalten. Er forderte die Mitglieder auf, engagiert nach vorne zu gehen, Experimente zu wagen, mehr Internet zu wagen. »Es ist extrem wichtig, Veränderung zu leben«, sagte er. »Die Chancen sind da, Online ist cool“.


Die Moderatoren: Sven Meyer und Andi Janz

Positiv blickte er auch auf die in der Pandemie gestartete AER-Initiative, die für mehr Interaktion, mehr Miteinander und mehr Austausch gesorgt hätte. Mit Blick in die Zukunft sei das Thema nachhaltiges Reisen extrem wichtig. Hier ging es um ein ausreichendes Angebot im Markt, sagte Hageloch, und um mehr Transparenz und Zertifizierung der Anbieter. Die AER sei hier auf einem guten Weg und werde künftig zu 100 Prozent zertifizier werden, erklärte er. Angesichts der vielen Reisetrends müsse man sich ständig neu erfinden. »Entscheidend ist der Wille zur Veränderung.«

»Corona ist kein Thema mehr«

Nach der Eingangsrede von Rainer Hageloch stellte sich der übrige Vorstand den Fragen der beiden Moderatoren Sven Meyer und Andy Janz. Die Themen drehten sich um die strategische Ausrichtung des aer, dem Stellenwert von Verbands- und Lobbyarbeit, der Verantwortung in Bezug auf Nachhaltigkeit sowie den Aktivitäten in Richtung Arbeitskräftemarkt.

Thematisiert wurde ebenfalls, welche Maßnahmen bereits getroffen wurden und welche weiteren anstehen, um die Mitglieder zu unterstützen. In lockerer Atmosphäre präsentierten sich die aer-Partner in mehreren Runden beim moderierten Speed-Dating, das gut besucht war. Kleine Gruppen hatten die Chance, sich Fragen zu überlegen, zu informieren und von den individuellen Aktionen der 30 Partner begeistern zu lassen.


Young Talents

Am dritten Tag kamen die aer Young Talents zu Wort und bildeten den Auftakt zur Tagung. Dabei wurde schnell klar, dass die jungen Menschen nachdrücklich mitgestalten wollen. Befremdlich fanden sie es, dass mehr über sie, als mit ihnen geredet wurde. Rainer Hageloch gelobte Besserung und stellte eine aktive Mitarbeit im Rahmen eines Jugend-Vorstandes oder Beirates in Aussicht.

Raus der der Dauerkrise

Rainer Klee, Geschäftsführer von aerTiCKET, blickte in seinem Vortrag sehr persönllch auf die Ereignisse und Folgen der Pandemiejahre zurück. »Wir haben es vielleicht vergessen, wie schwer es damals war«, sagte Klee und warb für eine optimistische Haltung, um gestärkt aus künftigen Krisenzeiten zu gehen. »Corona ist aus meiner Sicht kein Thema mehr«, sagte er. »Ich glaube auch nicht, dass Corona noch einen Einfluss auf das Reiseverhalten hat«.


Rainer Klee

André Bachmann, René Morawetz und Saskia Sánchez, die Macher des Podcasts »Counter Helden«, diskurtierten im Rahmen eines Livepodcasts die Themen Service, Schulungen und soziale Skills.

Zum Abschluss fanden sechs Workshops zu hybridem Verkauf, digitalem Wandel, Markenbildung, optimierten Prozessen, Fachkräftemangel sowie verantwortungsvollem Tourismus statt. Das Besondere: In sechs eigens dafür aufgestellten Luft-Iglus wurden die Workshops mehrfach und in Rotation abgehalten. So fand auch ein reger Austausch unter den Mitgliedern und Veranstaltern statt. Durch den praxisnahen Bezug erhielten viele Teilnehmer einen echten Mehrwert.

Insgesamt war die Tagung ausgelassen und familiär. Die Freude, sich wieder live zu sehen und auszutauschen, war bei allen Teilnehmern groß. Jeden Abend gab es zum Abschluss unterschiedliche Events in verschiedenen Locations und endlich viel Zeit für den persönlichen Austausch und gute Gespräche. »Es war einfach eine gute Tagung«, fasste Vorstand Rainer Hageloch zusammen.