Aktionsbündnis Tourismusvielfalt

Regierung soll mehr gegen Fachkräftemangel tun

Das Aktionsbündnis Tourismusvielfalt fordert von der Bundesregierung ein stärkeres Engagement gegen den Arbeitskräftemangel.

Regierung soll mehr gegen Fachkräftemangel tun
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In zwei Schreiben an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und an Claudia Müller, Koordinatorin für maritime Wirtschaft und Tourismus, fordert das Aktionsbündnis Tourismusvielfalt (ATV) von der Bundesregierung ein stärkeres Engagement gegen den Arbeitskräftemangel und für den Bestand der Tourismusbranche. Der Fach- und Arbeitskräftemangel stelle eine allumfassende Herausforderung für den Bestand der Branche dar. Das betreffe sämtliche Bereiche von der Gastronomie- und Veranstaltungsbranche bis hin zu Reisebüros, Veranstaltern und Busbetrieben. Zudem seien die Ausbildungszahlen seit Jahren rückläufig, so dass künftig noch weniger Kräfte zur Verfügung stünden.

Das ATV begrüßt Maßnahmen wie das Aufstiegs- und Lebenschancen-BAföG, Bildungsteilzeit sowie den Ausbau von Weiterbildungsagenturen. Darüber hinaus regt das Bündnis eine Ausweitung der tourismusbezogenen Bildungsprogramme an und fordert, die Kapazitäten in diesem Bereich zu erweitern. So solle das Angebot grundständiger und berufsbegleitender Studiengänge an den Hochschulen und Universitäten ausgeweitet werden. Zudem fordert das Bündnis die Förderung von Aus- und Weiterbildungsangeboten und spricht sich für eine Verbesserung der Ausbildungsangebote aus. Wünschenswert sei eine hauptamtlich besetzte Koordinierungsstelle, die Belange der außerschulischen Bildung vertritt und bündelt.

Darüber hinaus betont das ATV, dass die Branche bei der Anwerbung von Fachkräften in harter Konkurrenz zu anderen Zweigen der Wirtschaft stünde. Um das Image der Branche aufzuwerten, benötige es eine aktive Werbung für den Tourismus als attraktivem Arbeitgeber. Entsprechend fordert das Bündnis, insbesondere die dualen Entwicklungschancen stärker herauszustellen sowie eine stärkere Förderung und Modernisierung des Ausbildungswegs in Theorie und Praxis.

Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Gewinnung ausländischer Fachkräfte hebt das ATV ausdrücklich positiv hervor, sieht aber gleichzeitig noch Handlungsbedarf. So brauche es eine konsequente Anwendung des sogenannten 3+2 Modells (drei Tage im Büro, zwei Tage zuhause oder umgekehrt), um die Attraktivität des deutschen Arbeitsmarktes weiter zu steigern. Große Chancen werden auch in der Ausweitung visa-freier Arbeitserlaubnisse von Saisonkräften gesehen. Das Bündnis fordert die Bundesregierung deshalb auf, weitere branchengerechte Absprachen mit Ländern zu forcieren und gegebenenfalls zusätzlich das Konzept der Blue Card über Fachkräfte hinaus auf weitere Ausbildungswege und Positionen auszudehnen.

Im Aktionsbündnis Tourismusvielfalt haben sich 28 touristische Branchenverbände zusammengeschlossen. Dazu gehören der ASR, der VIR, das Forum Anders Reisen, der Fährverband VFF und der Deutsche Ferienhausverband.