Generalsanierung

Die Bahn plant ein „Hochleistungsnetz“

Die Bahn will bis 2030 die am stärksten belasteten Schienenverbindungen in Deutschland generalsanieren.

Die Bahn plant ein „Hochleistungsnetz“
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Bundesverkehrsminister Volker Wissing und Bahn-Chef Richard Lutz haben heute in Berlin Pläne für ein neues „Hochleistungsnetz“ vorgestellt. Hintergrund sind die Zuverlässigkeits- und Qualitätsprobleme der Bahn, die im Kern aus einem Kapazitäts- und Überalterungsproblem der Infrastruktur resultieren. Das Hochleistungsnetz soll die am stärksten belasteten Schienenverbindungen in Deutschland umfassen. Sie machen rund zehn Prozent des Gesamtnetzes aus und verzeichnen bereits ohne Bautätigkeiten eine durchschnittliche Auslastung von 125 Prozent. Die Länge des hoch belasteten Netzes wird laut Prognosen von derzeit rund 3.500 Kilometer auf voraussichtlich über 9.000 Kilometer bis zum Ende dieses Jahrzehnts anwachsen.

„Die aktuelle Betriebsqualität entspricht ganz klar nicht unseren Ansprüchen“, bekennt Lutz. „Ein ‚Weiter so' kann es nicht geben. Eine nachhaltige Lösung liegt in der Infrastruktur, denn 80 Prozent der Qualität im Eisenbahnsystem entscheiden sich auf dem Schienennetz.“ Bahn und Bund planen jetzt eine „Generalsanierung“ der wichtigsten Schienenkorridore bis 2030. Dabei sollen alle überalterten und störanfälligen Anlagen komplett ersetzt und verbessert werden. Im Hochleistungsnetz solle ein erstklassiger Ausstattungsstandard mit flächendeckendem Gleiswechselbetrieb, weniger Bahnübergängen sowie ausreichenden Überhol- und Überleitstellen herrschen.

Die Sanierung des ersten Schienenkorridors soll 2024 starten. Um die Betriebslage bis dahin zu stabilisieren und zu verbessern, sollen Elemente des Hochleistungsnetzes vorgezogen werden, die bereits kurzfristig umsetzbar sind. So sollen zum Beispiel Spitzen in der Baubelastung stärker geglättet und Umleitungsstrecken besser nutzbar gemacht werden. Damit sollen vor allem kleine Störungen besser vermieden werden. Um das ganze zu finanzieren, erhöht die DB erhöht das jährliche präventive Instandhaltungsbudget um einen „deutlichen dreistelligen Millionenbetrag“.