Übebrückungshilfe II

DRV fordert Klarstellung der Regierung

Eine nachträgliche Änderung bei der Überbrückungshilfe II könnte zu einem Nachteil für Reisebüros und Veranstalter werden.

DRV fordert Klarstellung der Regierung
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Der DRV fordert von der Bundesregierung schnellstmöglich eine Klarstellung zur Überbrückungshilfe II. Grund ist eine nachträglich eingearbeitete Vorgabe, die bei Reisebüros und Veranstaltern zur Verunsicherung geführt hat. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob Provisionen und Margen auch im Rahmen der Gewinn-und-Verlust-Rechnung als Kostenblock betrachtet werden dürfen. Die Formulierungen in den neuen als FAQ gekennzeichneten Erläuterungen seien nicht eindeutig, so der DRV. Würde die Einbeziehung der entgangenen Provisionen und Margen bei den Verlusten nicht möglich sein, käme es aufgrund der Deckelung der Fördermittel zu einer deutlichen finanziellen Verschlechterung besonders bei kleinen und mittelständischen Reisebüros und Veranstaltern.

Der DRV kritisiert besonders, dass Reisebüros und Veranstalter, die mit großen Anstrengungen ihre Kosten effektiv senken konnten, nun gegebenenfalls für ihr gutes Wirtschaften „bestraft“ werden könnten. Dass je nach Interpretation des betreffenden Punktes in Not geratene Unternehmen sogar erhaltene Hilfen zurückzahlen müssten, könne politisch nicht gewollt sein und wäre falsch. Der Verband hat die Regierung noch im vergangenen Jahr um Klarstellung gebeten, da die Anträge für die Überbrückungshilfe II nur noch bis Ende Januar gestellt werden können. Eine schriftliche Antwort gab es noch nicht. Es sei aber signalisiert worden, dass der Sachverhalt erkannt worden sei und nun geprüft werde.

Änderung der Fördersystematik

Außerdem fordert der DRV bei der Überbrückungshilfe III eine Änderung der Fördersystematik. Entgangene Provisionen und gesenkte Margen aus stornierten Reisen spielten nach fast einem Jahr Pandemie keine wirkliche Rolle mehr, da kaum Reisebuchungen vorliegen. Deswegen sollten bei der Kalkulation der Förderhöhe die entsprechenden Werte des Jahres 2019 zugrunde gelegt werden. Auch bei der Kompensation der Ausfallkosten für das Jahr 2020 brauche die Reisewirtschaft mehr Klarheit. Der DRV schlägt in diesem Zusammenhang eine Personalkostenpauschale vor, um die Kosten der Mehrarbeit bei Stornierungen und Umbuchungen im Jahresverlauf angemessen kompensieren zu können.

Weiterhin unbefriedigend sei auch die Thematik der Unterstützungsleistungen für verbundene Unternehmen. Nach Ansicht des Verbandes ist es zu begrüßen, dass die Fördersumme kürzlich auf 200.000 Euro erhöht worden ist. Doch noch immer gelte diese Summe für das Einzelreisebüro genauso wie für Unternehmen mit mehreren Büros.