Bundesgerichtshof

Rail&Fly-Ticket ist Bestandteil der Pauschalreise

Verpassen Urlauber ihren Flug, weil der Rail&Fly-Zug zu spät am Flughafen ankommt, muss der Veranstalter den Reisepreis erstatten.

Rail&Fly-Ticket ist Bestandteil der Pauschalreise
Foto: iStock
Der Bahntransfer zum Flughafen, wenn er im Katalog ohne Hinweis auf ein zusätzliches Entgelt als "Vorteil" aufgeführt wird, ist als eine vom Reiseunternehmen angebotene Leistung zu verstehen, die vom Pauschalpreis umfasst ist. Das hat der BGH entschieden. Ansprüche, die sich aus Mängeln beim Bahntransfer ergeben, betrachten die Richter als grundsätzlich gerechtfertigt.

Im konkreten Fall hatten die Kläger bei der Beklagten eine Pauschalreise nach Kuba für zwei Personen zum Preis von insgesamt 3.598 Euro gebucht. Der Hinflug sollte am 25. November 2017 um 12:05 Uhr vom Flughafen Düsseldorf starten. Grundlage der Buchung war ein Werbeprospekt, der die Beklagte als Reiseveranstalter nannte. Die Reisebeschreibung enthält die Formulierung: “Vorteil: Zug zum Flug 2. Klasse incl. ICE-Nutzung".

Nach einer von den Reisenden bei der Bahn eingeholten Auskunft sollte der Zug um 9:27 Uhr am Flughafen Düsseldorf eintreffen. Tatsächlich erreichten die Kläger den Flughafen erst um 11:35 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt war das Boarding bereits beendet. Die Kläger wurden abgewiesen und konnten das Flugzeug, das pünktlich startete, nicht mehr erreichen. In einem kurz nach dem Start geführten Telefonat bot der Veranstalter den Klägern die Buchung eines Ersatzflugs für einen Aufpreis von 2.400 Euro an. Die Kläger lehnten dies ab und traten die Heimreise an.