Die Neudenker: DIGITALISIERUNGS-SERIE

Folge 05: Wie ich Hilfe von Profis holen kann

»Da muss mal ein Profi ran«, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Stärke. Die TRVL-Counter-Serie erklärt, wie Coaching, Beratung oder Workshops wertvolle Impulse geben können.

Folge 05: Wie ich Hilfe von Profis holen kann
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Überall geht es um Digitalisierung, um guten Content, Social Media und Contentmarketing. Es geht darum, up to date zu sein und nicht den Anschluss zu verlieren. Aber auch darum, sich zurechtzufinden in der vielschichtigen Medienwelt von heute. Doch woher sollen wir das als herkömmliche Tourismuskauffrau oder -mann eigentlich wissen?

Es gibt tatsächlich wenige in der Reisebranche, die sich mühelos auf dem digitalen Parkett bewegen können – wieso auch? In den IHK-Ausbildungen werden der Begriff Digitalisierung und die damit verbundenen Themenbereiche bislang nicht einmal erwähnt. Viele Reisebüros und Dienstleister stellen sich allmählich darauf ein, dass sie sowohl physisch wie auch digital existieren müssen. Im Vergleich zu anderen Branchen, die schon stärker digitalisiert sind, mag das antiquiert wirken. Viele Inhaber und Countermitarbeiter fragen sich, wo und wie sie Know-how in diesem Bereich sammeln können. Wie funktionieren eigentlich Social-Media-Kanäle fürs Business, wie lassen sich Prozesse im Büroalltag optimieren und wo muss man sich digital umstellen? Natürlich kann man das alles so nicht wissen. Man muss es lernen. Oder gesagt bekommen. Oder beides.

Hilfe zur Selbsthilfe: Beratung, Coaching, Workshops
Klar ist, nicht jeder weiß alles. Doch man sollte schon wissen, wo sich das Wissen beziehen lässt. Sich beraten zu lassen, einen Coach zu beauftragen oder auch Workshops zu besuchen ist kein Zeichen von Unwissen oder Schwäche. Hilfe holen bedeutet: „Ich habe Weitsicht, ich will Dinge ändern, ich hole mir Rat von Experten.“ Längst leben wir in einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Die Steuern macht der Steuerberater, die Einrichtung fertigt der Schreiner an. Für Leuchten und Lampen ruft man den Elektriker an. Das gilt selbstverständlich auch für die  Digitalisierung.

1. Thema Externe Beratung: Analyse und Empfehlung
Externe Berater gibt es genug – aber nicht alle sind versiert und professionell. In der Reisebranche wird Optigerne gefordert, dass die Berater selbst aus der Reisebranche kommen sollten. Das hat Vorteile, aber auch Nachteile, denn oftmals fehlt ihnen die Distanz. Berater mit anderen beruflichen Hintergründen blicken oft mit anderen Augen auf die Branche und auf Themen. Sie können auch leichter Parallelen zu anderen Branchen ziehen und Best-Case-Beispiele aus fachfremden Bereichen benennen. Kurzum: Ihnen fehlt (glücklicherweise) die Betriebsblindheit. Ein Berater betrachtet Prozesse und Materialien, analysiert, hinterfragt und gibt Tipps zur Optimierung. Und Optimierung klingt doch ziemlich nach Fortschritt, oder?

2. Thema Coaching: Begleitung und Unterstützung
Auch beim Coaching steht zu Beginn Betrachtung, Analyse und Beratung im Fokus. Als Coaching beschreibt man aber die professionelle Beratung, Begleitung und Unterstützung von Personen mit wichtigen Führungsfunktionen oder von Experten in Unternehmen und Organisationen. Heißt: Ein Coach berät nicht nur, sondern begleitet auch den eigentlichen Prozess und unterstützt in der Praxis, wenn nötig. 
Eine Zielsetzung von Coaching ist immer die Weiterentwicklung von individuellen oder kollektiven Lern- und Leistungsprozessen und die Eröffnung neuer Perspektiven auf das eigene Leistungsspektrum. Das hört sich gut an, doch es gibt einen Haken dabei: Den richtigen Coach zu finden ist aufwendig. Doch es lohnt sich, denn ein Profi erkennt negative Verhaltensmuster im Berufsleben, die man selbst nicht bemerkt. Er kann helfen, diese zu korrigieren.

3. Thema Workshops: Was ich selbst leisten kann
Workshops sind eine gute Gelegenheit, um sich schlau zu machen. Hier kann man nicht nur zuhören und mitschreiben, sondern idealerweise proaktiv mitwirken. Egal ob Wochenendseminar oder mehrwöchiger Kurs, ob Exklusiv-Workshop für das eigene Büro oder Teilnahme an einem öffentlichen Workshop: Hier wird wichtiges Know-how vermittelt, das Thema Digitalisierung und seine Teilbereiche erklärt und Fragen beantwortet. Als Newbie empfiehlt es sich, einen Grundlagen-Workshop zu machen, zum Beispiel Social Media für Anfänger. Wenn man sich erstmals auf das Terrain der Digitalisierung wagt, ist es nicht nötig, gleich alle Teilbereiche abzudecken. Es gilt, klein anzufangen und langsam aufbauen. 
Und Achtung: Nicht jeder, der sich Social-Media-Workshop oder Digitalexperte auf die Flaggen schreibt, ist auch wirklich einer. Know-how misst sich übrigens nicht am Alter eines Referenten oder Workshopleiters, sondern an der Erfahrung mit der Materie.

4. Thema Dienstleister: Auslagerung der Kompetenzen
Wer das nötige Kleingeld hat und schlichtweg keine Lust hat, sich mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzen, kann Kompetenzbereiche an externe Dienstleister auslagern. Das ist allerdings nicht ganz billig, gerade weil zum Beispiel Social Media eine 24-Stunden-Bereitschaft erfordert. Aber wenn das Budget vorhanden ist, kann das eine sinnvolle Option sein. Hier überträgt man bestimmte Kompetenzbereiche an externe Experten, um sicherzustellen, dass alles so läuft, wie es soll. Auslagern kann man übrigens nicht nur das Gesamtpaket, sondern auch Teilbereiche: In der Touristik ist das eine beliebte Variante, so werden etwa strategische Konzeptionen oder auch Foto-Produktionen ausgelagert.

Als Digitalprofis empfehlen wir eine Kombination aus Strategiekonzept (Wo wollen wir hin? Was muss verändert werden? Wo sehen wir uns in Zukunft?) und aufbauendem Workshop. Hier können Mitarbeiter und Inhaber die Theorie selbst in die Praxis umsetzen, Kniffe und Tricks inklusive.


MARVIN SCHÖNBERG ist Kommunikationsdesigner und hat Tourismus Turn 2019 in Berlin gegründet. Der Kommunikationsdesigner kennt sich hervorragend in der Reisebranche aus. Im August 2019 hat er seine wissenschaftliche Arbeit abgeschlossen. Das Thema: „Turn Method – das Reisebüro im Wandel“ .

MAREN MERKEN ist Sprachwissenschaftlerin und Mitgründerin von Tourismus Turn. Als Kommunikationsexpertin hat sie seit zehn Jahren Erfahrung in PR, Journalismus und Social Media gesammelt und berät heute Agenturen und Reisebüros in Sachen Content Creation.

www.tourismus-turn.de